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zurück Trauung für Alle

Liebe Mitgieder der Pfarrgemeinde!

Wie viele wahrscheinlich schon aus den Medien erfahren haben, setzte sich die Synode der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich im Dezember 2018 mit dem Thema "Trauung für Alle" auseinander.
Da die Debatte ser kontroversiell verlief, beschloß die Synode, zum thema "Trauung für Alle" für einen notwendigen Meinungsbildungsprozess noch ein Zeitfenster offen zu halten. Dannsoll am 09. März 2019 eine Sondersynode entscheiden.
Da die Evangelische Kirche A.B. in Österreich für die kirchliche Trauung eine standesamtliche Eheschließung als Voraussetzung hat, ergeben sich durch die staatlichen Gesetze ab 01.01.2019 zwei Fragen:

1.) Kann die Evangelische Kirche A.B.in Österreich - wie der Staat - in Zukunft auch die Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen als Ehe betrachten?
2.) Will die Evangelische Kirche A.B. in Österreich die Verpartnerung (die es staatlicherweise ab 01.01.2019 auch für heterosexuelle Paare gibt) als eheähnliche Gemeinschaft segnen oder trauen?


Bis Ende Februar 2019 sollen - so der Wunsch der Synode und der Superintendentur - die Gemeinden, in denen Gesprächsbedarf vorhanden ist, die Möglichkeit zu Information und Gespräch nutzen.

Ich bin der Überzeugung, daß es notwendig ist, diese Diskussion auch in unserer Pfarrgemeinde zu führen, weil auch bei uns die Ansichten dazu kontroversiell sind.

Bei der Synode wird im März 2019 aus heutiger Sicht ein Antrag vorgelegt, der Folgendes enthält:

1.) Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich möchte die Trauung nicht abwerten. Sie ist an das Treueversprechen gebunden und auf lebenslange Gemeinschaft ausgelegt. Daher soll es keine Trauung von eingetragenen Partnerschaften geben.
2,) Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich sieht die Möglichkeit der Trauung von gleichgeschlechtlichenPartnern vor.
3.) Jede Gemeinde der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, in der die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare vorgenommen werden soll, benötigt dafür nach der Synode einen Beschluß der Gemeindevertretung mit 2/3 Mehrheit.
4.) Die Amtsträgerinnen und Amtsträger der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich unterliegen dem Gewissensvorbehalt: Sie können nicht verpflichtet werden, Die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare vorzunehmen.


Die Superintendentur empfiehlt, die Gespräche nicht in einer Sitzungsform zu führen, welche nicht nur die Gemeindevertreterinnen und Gemindevertreter einbindet, sondern auch alle anderen Mitarbeitenden der Pfarrgemeinden mit einbezieht.

Am 21. Februar 2019 wird deshalb um 19:00 Uhr im Pfarrgemeindesaal Kindberg eine Gemeindevertretersitzung stattfinden, die zu einem Gemeindeforum erweitert ist, das heißt, daß jedes Mitglied der Pfarrgemeinde, das zu diesem Thema Stellung nehmen will, eingeladen ist daran teilzunehmen, mitzudiskutieren und mitzugestalten.
Bei der Sitzung wird dankenswerterweise Superintendent Mag. Wolfgang Rehner anwesend sein.
Er war bei der Synode im Dezember, hat die Diskussionen miterlebt und kann uns für unsere Diskussion wichtige überregionale Informationen vermitteln.
Ich bitte alle, bei der Verbreitung dieser Einladung mitzuhelfen!
Laden Sie bitte jedes Gemeindemitglied ein, von dem Sie wissen, dass es an dieser Frage ein Interesse haben könnte!


Die Gemeindevertretungen werden sich nach der Sondersynode im März 2019 dann mit deren Ergebnissen zu befassen haben.
Für die Diskussion in der Synode ist es hilfreich, wenn möglichst viele Gemeinden und Einrichtungen unserer Evangelischen Kirche in den Zusammenkünften bis Ende Februar 2019 zu folgenden Fragen Stellung nehmen und die Stellungnahmen über die Superintendentur an die Synode richten:

1.) Wie soll gewährleistet werden, dass der Wunsch von Gemeinden respektiert wird, keine Trauungen für homosexuelle Paare vorzunehmen:
a) Voraussetzung für die Trauungen Homosexueller ist ein vorangegangener positiver Beschluß der Gemeinde ("opt-in").
b) Gemeinden können sich gegen die Möglichkeit der Trauung Homosexueller aussprechen ("opt-out").

2.) Gilt die in der jeweiligen Gemeinde gewählte Variante für gemeindeeigene Kirchengebäude oder für das gesamte Pfarrgemeindegebiet?

3.) Soll es Segenshandlungen (öffentlich oder im seelsorgerlichen Rashmen) für nicht standesamtlich getraute Paare (faktische Lebensgemeinschaften oder eingetragene Partnerschaften - heterosexuell wie homosexuell) geben?


Unser Superintendent Mag. Wolfgang Rehner und unser Superintendentialkurator Dr. Michael Axmann schlossen die Information an die Leitungen der Pfarrgemeinden unter dem Eindruck der Kontroversen bei der Synode mit der Bitte:

Beten Sie für die Wahrung der Gemeinschaft der Kirche!

Ich bitte alle, sich Gedanken zu den oben formulierten Fragen zu machen und an dieser Sitzung teilzunehmen. Möge mit Gottes Hilfe der Gedankenaustausch dazu dienen, daß wir die Synodalen unserer Superintendentur dabei unterstützen können, Lösungen zu finden, die trotz unterschiedlicher Standpunkte für alle Evangelischen in Österreich akzeptabel sind.

Mit herzlichen Grüßen
Dieter Röschel, Kurator e.h.

Krieglach, 15. Jänner 2019

Besitzer: Ing. Franz Drexler
erstellt am: 2019-01-16 22:15:09
zuletzt geändert am: 2019-01-17 19:42:41
gültig seit: 2019-01-16 22:15:09

Inhaltliche Betreuung: Ing. Franz Drexler